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"Versuchungen sollte man nachgeben!
Wer weiß, ob sie wiederkommen"

Oscar Wilde

Georg Jung – Eine Bildsprache von erstaunlicher Aktualität

Georg Jung
Salzburg 1899 – 1957 Wien

Die Schlafende
Öl auf Leinwand
88,5 x 99,5 cm
Signiert und datiert (19)47 oben links

Georg Jung –
„Der Freigeist unter den Salzburger Malern“

 Manche Künstler werden durch ihre Werke bekannt, andere durch ihr Leben. Georg Jung vereinte beides. Als Sohn des Besitzers des legendären Grand Hotel de l’Europe in Salzburg wuchs er in einer Welt auf, in der sich internationale Gäste, Künstler, Musiker und Intellektuelle begegneten. Während der Festspielzeit war das Hotel ein gesellschaftlicher Mittelpunkt der Stadt – ein Ort, an dem Kultur gelebt wurde. Diese außergewöhnliche Atmosphäre prägte den jungen Georg Jung von Kindheit an und weckte seine Leidenschaft für die Kunst.

Schon früh zeichnete sich ab, dass ihn weder das bürgerliche Leben noch die Rolle des Hoteliers erfüllen würden. Zwar begann er nach dem Ersten Weltkrieg ein Medizinstudium in Wien und besuchte die Aktklasse an der Kunstgewerbeschule, doch seine eigentliche Ausbildung erarbeitete er sich mit außergewöhnlicher Disziplin selbst. Autodidaktisch entwickelte er sich zu einem der eigenständigsten österreichischen Maler seiner Generation.

Seine frühen Werke stehen noch unter dem Einfluss des Expressionismus und des Kubismus, doch bereits Mitte der 1920er-Jahre fand Georg Jung zu einer unverwechselbaren Bildsprache. Als Mitglied des renommierten Hagenbundes und später der Wiener Secession verband er die Klarheit der Neuen Sachlichkeit mit einer außergewöhnlich sensiblen Farbauffassung.

Seine Landschaften, Stadtansichten, Porträts und Stillleben beeindrucken bis heute durch ihre ruhige Komposition, ihre poetische Atmosphäre und eine feine Balance zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion.

Georg Jung –
Visionär, modern und zeitlos

Rom
Öl auf Leinwand
100 x 75 cm
Signiert und datiert (19)47 oben links

Eine besondere Stellung innerhalb seines Schaffens nehmen die Aktdarstellungen ein. Fernab jeder Provokation zeigen sie den menschlichen Körper mit großer Selbstverständlichkeit und Eleganz. Jung interessierte sich weniger für den erzählerischen Moment als für das Zusammenspiel von Licht, Farbe und Form. Seine Figuren wirken zeitlos und ruhig – Ausdruck eines Künstlers, der Schönheit als harmonisches Gleichgewicht verstand.

Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1934 kehrte Georg Jung nach Salzburg zurück, um die Leitung des Grand Hotel de l’Europe zu übernehmen. Obwohl ihn die Verantwortung für den traditionsreichen Familienbetrieb forderte, blieb die Kunst der Mittelpunkt seines Lebens. Er gestaltete das Hotel mit Fresken, Möbelentwürfen und dekorativen Arbeiten neu und bewies damit, dass seine Kreativität weit über die Leinwand hinausreichte.

Der politische Umbruch des Jahres 1938 bedeutete einen tiefen Einschnitt. Unter massivem Druck musste Georg Jung das Hotel weit unter seinem tatsächlichen Wert verkaufen. Wenige Jahre später wurde seine Kunst als unerwünscht eingestuft und ihm ein Ausstellungsverbot erteilt. Trotz dieser Schicksalsschläge arbeitete er unbeirrt weiter und widmete sich immer intensiver der Erforschung der Farbe.

Diese Leidenschaft führte ihn weit über die klassische Malerei hinaus. Jung beschäftigte sich mit den wissenschaftlichen Grundlagen der Farbenlehre, setzte sich mit den Erkenntnissen Wilhelm Ostwalds auseinander und entwickelte schließlich das sogenannte „Colormobile“ – einen beweglichen Farbapparat, dessen sich ständig verändernde Farbkonstellationen ihn zu einem frühen Wegbereiter der kinetischen Kunst machten. Gleichzeitig entwarf er zwei der bekanntesten österreichischen Briefmarkenserien der Zwischenkriegszeit und trat auch als Schriftsteller in Erscheinung.

Zeitgenossen beschrieben Georg Jung als unabhängigen und eigenwilligen Menschen, der Konventionen nur ungern folgte. Er liebte geistige Freiheit, suchte den Austausch mit Künstlern und Intellektuellen und verstand Kunst als lebenslange Suche nach Erkenntnis. Seine Persönlichkeit spiegelt sich in seinem Werk wider: neugierig, experimentierfreudig und von einem tiefen Vertrauen in die Ausdruckskraft der Farbe geprägt.

Erst viele Jahre nach seinem Tod wurde die kunsthistorische Bedeutung Georg Jungs umfassend gewürdigt. Heute zählt er zu den bedeutendsten Salzburger Malern des 20. Jahrhunderts. Seine Werke befinden sich in bedeutenden öffentlichen und privaten Sammlungen und werden regelmäßig auf dem internationalen Kunstmarkt gehandelt. Besonders seine venezianischen Ansichten, Salzburger Stadtlandschaften, ausdrucksstarken Porträts und sensiblen Aktdarstellungen machen ihn zu einer der faszinierendsten Künstlerpersönlichkeiten der österreichischen Moderne.

Liebespaar vor dem Fenster
Öl auf Leinwand
75,5 x 100,5 cm
Signiert und datiert (19)48 oben rechts

Georg Jung hinterließ weit mehr als ein malerisches Werk. Er hinterließ das Bild eines Menschen, der den Mut hatte, seinen eigenen Weg zu gehen – unabhängig, kreativ und seiner Zeit in vieler Hinsicht voraus.

Georg Jung –
Zeitlose Malerei mit außergewöhnlicher Modernität

Skulpturen

Publikationen

LEONTINE VON LITTROW
Triest 1856 – 1925 Abbazia

Umfangreichen Überblick über das Gesamtwerk einer in Vergessenheit geratenen „Meisterin des Lichts“. Das Gesamtwerk ist ab sofort über unsere Galerie zu erwerben. 

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JOSEF STOITZNER
Wien 1884 – 1951 Bramberg im Pinzgau​

Werte Liebhaber und Sammler von Josef Stoitzner, das Werkverzeichnis von Josef Stoitzner ist ab sofort über unsere Galerie zu erwerben. Es beinhaltet 600 Seiten mit über 1400 Abbildungen.

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Wir kaufen qualitative Gemälde und Skulpturen sowie Antiquitäten aller Epochen (Antike bis zur Gegenwart).

Drei Generationen Erfahrung im Kunsthandel auf höchstem Niveau gibt uns die Möglichkeit, auch bedeutende Objekte zu erwerben. Wir sind ein seriöser und verschwiegener Partner bei Einzelobjekten, ganzen Sammlungen und Nachlässen.

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